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Dies ist die Website von Benjamin Jörissen, Erziehungs- wissenschaftler und Medienforscher, Universität Erlangen-Nürnberg. Auf dieser Seite finden Sie mein Weblog sowie Informationen und Materialien zu meinen akademischen Aktivitäten.

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    Wechsel an die Uni Erlangen-Nürnberg

    Von Oktober 2004 bis März 2011 habe ich am Lehrstuhl von Winfried Marotzki an der Universität Magdeburg gearbeitet (unterbrochen von einem Jahr Vertretungsprofessur in München); im April nun wurde ich an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg zum Akademischen Rat ernannt.  Ich nutze dieses Blog ja nicht so sehr zur persönlichen Reflexion, aber dies ist mal durchaus ein Anlass für eine kurze Rückschau, denn die Magdeburger Zeit war für meine akademische Arbeit und Entwicklung in hohem Maße prägend.

    Frisch promoviert, nach vier (für mich ebenso maßgeblichen) Jahren bei Christoph Wulf am Arbeitsbereich Erziehung und Anthropologie der FU Berlin, hatte ich damals das Glück, in Magdeburg in einen hochspannenden Kontext quasi hineinzustolpern:

    Es war das Startsemester des neuen Studiengangs “Medienbildung” (damals zunächst als BA), einem der wohl verhältnismäßig seltenen Beispiele dafür, wie außerordentlich gut diese Studiengänge werden können, wenn sich die beteiligten Professuren (hier vor allem: Winfried Marotzki und Johannes Fromme) zusammensetzen und mit echtem Engagement und frischen Impulsen über gute Lehre nachdenken. Tatsächlich – ich arbeite dort ja nicht mehr und darf es also sagen – habe ich bisher nirgendwo einen dermaßen hohen Anteil an exzellenten Abschlussarbeiten gesehen, was wohl zu gleichen Anteilen der durchdachten Studiengangskonzeption, dem hohen Anteil motivierter Studierender wie schließlich der ziemlich engagierten (und recht zeitintensiven) Betreuung durch die Lehrenden zuzuschreiben ist.

    Inhaltlich machte es die Magdeburger Stelle möglich, einerseits meine allgemeinpädagogisch-anthropologischen Interessen aus der Berliner Zeit fortzuentwickeln – insbesondere sind dabei zwei Bände über Identität herausgekommen, beide zusammen mit  Jörg Zirfas (der bereits mein Kollege in Berlin war und nun mein Kollege in Erlangen ist!) geschrieben bzw. herausgegeben, und eine abschließende Mitarbeit am dritten Band der Berliner Ritualstudie (“Lernkulturen im Umbruch”). Logo OvGUZum anderen, und mit etwas größerer Außenwirkung, kam das Feld der Medienbildung und der medientheoretisch orientierten Bildungstheorie hinzu, das Winfried Marotzki bereits seit den späten 1990er Jahren bearbeitet hat. Insofern ich in meiner Berliner Zeit bereits einen starken Fokus auf erziehungswissenschaftliche Medienforschung und -studien ausgebildet hatte (eingebettet in den dortigen Kontext der performative und ritual studies sowie in mein Dissertationsprojekt im Schnittfeld von Erkenntnis- und Medienanthropologie), war es mehr als ein Glücksfall, dieses Interesse bei Winfried Marotzki – von dem man unendlich viel lernen kann und dem ich enorm viel verdanke -, und vor allem: mit ihm gemeinsam entfalten zu können. Das Projekt der “Strukturalen Medienbildung”, das zunächst in unserem gemeinsamen UTB-Band “Medienbildung – Eine Einführung” kulminierte, ist für mich ein Programm, das noch lange nicht abgeschlossen ist; im Gegenteil eines, das nun erst so richtig beginnt, Forschungsfragen im Sinne einer bestimmten Perspektive auf das Feld der “educational media studies” zu generieren. (Eine davon, die Frage nach dem Zusammenhang von Medialität und Subjektivation, steht im Zentrum meines demnächst einzureichenden Habilitationsprojekts und weiterer Vorhaben.)

    In Erlangen nun – ich arbeite dort am Lehrstuhl von Eckart Liebau, dessen Schwerpunkt in der Kulturpädagogik und der ästhetischen Bildung liegt – wartet die spannende Aufgabe, diese Forschungsperspektive, auch mit ihren strukturell neuen Implikationen (wie etwa einem strukturorientierten Medienverständnis), einzubringen. Ein wesentliches Merkmal der Magdeburger Medienbildung war ja von Anfang an, mediale Artikulationen – wie etwa Fotografie oder Film – als kulturelle Phänomene und mediale Sphären – wie die des Internet, insbesondere des Social Web – als lebendige Kulturräume (und nicht etwa bloß als Instrumente oder Tools) zu betrachten. In meinem Wechsel nach Erlangen – auf eine unbefristet verbeamtete Stelle mit Forschungsauftrag und moderatem Lehrdeputat, worin auch ein großes Vertrauen zum Ausdruck kommt – dokumentiert sich nicht zuletzt die Anerkennung der Bedeutung von Medialität für Bildung, und zwar über eine medienpädagogische Perspektive im engeren Sinne (etwa der Herstellung von Medienkompetenz – und sicher gibt es hier erheblich weiter gefasste Verständnisse) hinaus.

    Diese Perspektive, in deren Zentrum der Konnex von Bildung, Medialität und kulturellen Praxen steht, wird für mich weiterhin forschungsleitend sein – nicht zuletzt auch in fortgesetzter Zusammenarbeit mit der Magdeburger Medienbildung (der Arbeit an einer zweiten Auflage der Einführung, der gemeinsamen Arbeit im Magdeburger Theorieforum etc.) und den daraus entstandenen Netzwerken, und mit Sicherheit in spannenden neu geknüpften und neu entstehenden Kooperationen in Erlangen, auf die, ebenso wie auf neue Erfahrungen in der Lehre, ich mich sehr freue.

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