Medienbildung in Second Life

Second Life ist, selbstverständlich, ein unter InternetforscherInnen und MedienpädagogInnen heiß diskutiertes Thema. Henry Jenkins, Leiter des MIT Comparative Media Studies Program und bekannter Autor im Bereich der Neuen Medien, führte zusammen mit Beth Coleman und Clay Shirky vor einiger Zeit eine sehr spannende Cross-Weblog-Diskussion über Second Life.

Diese Diskussion hat nun ihrerseits wieder einige Aufmerksamkeit erfahren, unter anderem auf der recht aktiven Mailingliste des iDC (Institute of Distributed Creativity, „a international network with a participatory and flexible institutional structure that combines advanced creative production, research, events, and documentation“, geleitet von Trebor Scholz).

Scholz bat Jenkins, der v.a. die Potentiale von SL hervorhebt, auf die Diskussion der Liste und speziell auf seine kritische Frage, ob virtuelle Welten wie SL „merely provide an inconvenient youth with a
valve to live their fantasies of social change (elsewhere), or do they, in some measurable way, fertilize politics in the world beyond the screen
„, zu antworten.

Jenkins‘ Antwort ist sehr ausführlich und nicht zuletzt deshalb spannend, weil sie die Frage, welchen Einfluss die Partizipation in Second Life auf das „first life“ habe, unter Verweis auf diverse Bildungspotentiale (im Sinne der Transformation von Selbst- und Weltverhältnissen) zu beantworten versucht:

„Indeed, the virtual world allows us not only to propose models but to test them by inviting others inside and letting them consider what it might feel like to live in this other kind of social institutions. I think of what goes on there as a kind of embodied theory. And I think what is interesting is that these are intersubjective models that are indeed being taking up and tested by communities large and small.“

Medienbildung, um darauf an dieser Stelle hinzuweisen, verweist (im Unterschied zum Begriff der Medienkompetenz) darauf, dass Bildungsprozesse zunehmend über Partizipation in medialen Strukturen, vor allem der Neuen Medien, verlaufen. Folgt man Henry Jenkins, bietet Second Life für diese Entwicklungsdynamik ein interessantes Beobachtungsfeld.