Medienbildungs-"Swicki" zu Testzwecken eingerichtet – bitte testen!

„Swickis“ sind Kreuzungen aus „geflavourten“ Suchmaschinen und Wikis. Sie sind für eng umgrenzte Themenbereiche gedacht und sollen hier im Gegensatz zu reinen Suchmaschinen besonders leistungsfähig sein – weil sie von ihren Benutzern passiv und aktiv verbessert werden können.

Das ist für MedienbildnerInnen natürlich besonders spannend, und daher habe ich ein Medienbildungs-Swicki zu Testzwecken und zum Kennenlernen der Idee eingerichtet.

Swickis ernähren sich von Suchanfragen. Daher die Bitte an alle, die dies lesen: Füttern Sie das Swicki mit einer Suchanfrage. (Im Fenster rechts oder hier). – Vielleicht wird ja mal etwas Spannendes draus! (Wer sich für Details und Hintergründe interessiert, kann im Folgenden weiterlesen).

Wie die Erfolgsstory „Google“ beweist, stellen Suchtechnologien und ihre Optimierung (SEO, Search Engine Optimization) einen sehr zentralen Aspekt des Internet dar. Das ist kein Wunder: Das Web kann nur (ungefähr) so weit wachsen, wie seine Inhalte von Nutzern gefunden werden können (wächst es über diesen Punkt hinaus, so wird das Einstellen von Angeboten tendenziell ineffizient).

Der Google-Suchalgorithmus ist so erfolgreich, weil er vorhandene Hyperlinks auf Seiten zur Errechnung der Relevanz dieser Seiten für ein Suchthema nutzt. Die Google-Suche ist also sensibel für soziale Aspekte im weitesten Sinne. Doch sie kann nicht die Relevanzkriterien von (thematisch kompetenten) Usern ersetzen. Schon in den 90er Jahren gab es community-basierte, handverlesene Webverzeichnisse; im Zeitalter des Web 2.0 dominieren unter dem Titel „Social Search“ hingegen hybride Suchtechnologien (vgl. diese Übersicht bei Read/Write-Web und bei der Gelegenheit auch deren Swicki).

Das wäre also etwa als eine ergänzende Technologie zur Folksonomy zu sehen, mit der verschiedene Aspekte des Web (Webseiten, News etc.) durch Vergabe von Tags im Rahmen von Tagging-Communities wie de.icio.us oder digg.com vergeben werden. Bei allen diesen Unternehmungen geht es letztlich darum, das Web auf sozialer Basis zu semantisieren, es also als Ganzes mit (menschlichen, nicht maschinen-generierten) Bedeutungen zu versehen.

Spannend sind Social-Search-Technologien wie die von Eurekster angebotenen Swikis unter zwei Aspekten:

Erstens konsumieren Suchende nicht (nur), sondern sie partizipieren (passiv oder aktiv) und tragen insofern zur Fortentwicklung der Suchmaschine bei. Die Orientierungsleistung liegt also nicht mehr nur auf der Seite einer Maschine oder eines Algorithmus, sondern sie ist idealiter ein „emergenter“ Effekt einer Wissensgemeinschaft.

Damit ist das Stichwort für den zweiten Punkt bereits gefallen: Während klassische Suchtechnologien nur Informationen bereitstellen können, zielt Social Search auch (allerdings nicht nur) auf die Kontextualisierung von Information ab; es geht also um mehr als bloße Information, nämlich um eine einfache Form der Wissensvermittlung (in ein Swicki können User neue Links zu einer Suche eingeben; sie müssen dabei aber das Kommentarfeld ausfüllen – dieses Strukturmerkmal belegt diese These).

Unter Aspekten der Medienbildung sind Suchtechnologien relevant, weil sie mit Orientierungsfähigkeiten und -fertigkeiten von Web-Nutzern zusammenhängen. Ähnlich wie bei Wikis werden die Suchenden bei Social Search-Angeboten zu Mitwirkenden – ganz im Sinne des Web 2.0-Konzept des „Produsers“.

Es ist einigermaßen klar, dass dies nur in thematisch (und ggf. auch lokal) begrenzten Bereichen funktioniert, und nicht im globalen Maßstab. Swickis und andere Social Search-Angebote sind also sicher nicht „the next big thing“ – vielleicht aber erweisen sie sich einmal im Schatten von Großprojekten wie Wikipedia als recht nützlich.