Laufende Projekte
MetaKubi – Metavorhaben zur Kulturellen Bildung in gesellschaftlichen Transformationen (gefördert vom BMBF – Bundesministerium für Bildung und Forschung; 2024–laufend)
laufend · Projektseite: kubi-meta.de
Das Metavorhaben begleitet die Verbundprojekte und bearbeitet übergreifende Fragen der Forschung zur Kulturellen Bildung in gesellschaftlichen Transformationen. Es leistet einen eigenständigen Beitrag zu ihrer Konsolidierung und Weiterentwicklung sowie zum Zusammenwirken von Forschung und Praxis. Es setzt auf kommunikative Formate des Austauschs zwischen den Beteiligten, um Sichtbarkeit und Nachhaltigkeit über das Vorhaben hinaus zu fördern. Hierzu erfassen, aggregieren und kontextualisieren wir Forschungsthemen, Designs und Ergebnisse der Verbundprojekte in der Perspektive der Transformation Kultureller Bildung vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Transformationsdynamiken. Aus der Gesamtsicht der Verbundprojekte verorten wir diese in nationalen und internationalen (a) wissenschaftlichen Diskursen zur Kulturellen Bildung, (b) bildungswissenschaftlichen Diskursen und (c) Dialogen mit Praktiker:innen in der Kulturellen Bildung. Wir kommunizieren dies innerhalb der Verbundprojekte sowie mit weiteren Akteur:innen aus Praxis und Wissenschaft in zielgruppenspezifischen Formaten. Zugleich reflektieren wir grundlegend das Zusammenwirken von Forschungsprojekten und Bildungspraxis, um Formate dieser Kooperation weiterzuentwickeln. Die Partner:innen des Projektbündnisses eint das Interesse, meta-theoretische, methodologische und methodische Fragen für die Weiterentwicklung der Forschung zur Kulturellen Bildung zu bearbeiten. Dies betrifft Fragen des Zusammenwirkens von Forschung und Praxis im Forschungsprozess, des methodischen Designs von Forschungssynthesen und ihrer theoretischen Rahmung. Kontakt: franz.kraemer@fau.de
AI4ArtsEd – Artificial Intelligence for Arts Education (gefördert vom BMBF – Bundesministerium für Bildung und Forschung; 2024–laufend)
laufend · Projektseite: kubi-meta.de/ai4artsed · UCDCAE AI Lab: ATELIER „AI Toolkit for Experiential Learning and Inquiry-Based Educational Research“
KI verändert Gesellschaft und Arbeitswelt; sie wird zunehmend zum Thema der Bildung. Dieses Projekt erkundet die Chancen, Bedingungen und Grenzen des Einsatzes Künstlicher Intelligenz (KI) in kulturell vielfältigen und diversitätssensiblen Settings Kultureller Bildung (KuBi). In drei Teilprojekten – Allgemeinbildung (TPap), Informatik (TPinf) und Kunstpädagogik (TPkp) – kooperieren eine an Kreativität orientierte pädagogische KI-Praxisforschung und eine informatische KI-Konzeption und -Programmierung eng miteinander. Das Projekt bindet künstlerisch-pädagogische Praktiker:innen von Beginn an systematisch in den Gestaltungsprozess ein; es wirkt damit als Brücke zwischen der professionellen (qualitätsbezogenen, ästhetischen, ethischen und wertbezogenen) pädagogisch-praktischen Umsetzung einerseits und dem Umsetzungs- und Trainingsprozess des Informatik-Teilprojekts andererseits. Ergebnis eines etwa zweijährigen Partizipations- und Designprozesses soll eine Open-Source-KI-Technologie sein, die erkundet, inwieweit KI-Systeme unter günstigen realen Bedingungen künstlerisch-pädagogische Vorgaben bereits auf ihrer strukturellen Ebene einbeziehen können. Im Zentrum stehen a) die künftige Anwendbarkeit und der Mehrwert hochinnovativer Technologien für die Kulturelle Bildung, b) Reichweite und Grenzen der KI-Kompetenz (AI Literacy) von Lehrenden und Lernenden sowie c) die übergreifende Frage nach der Beurteilung und Evaluation der Transformation pädagogischer Settings durch komplexe nicht-menschliche Akteure im Sinne pädagogischer Ethik und Technikfolgenabschätzung.
Abgeschlossene Projekte
Com e Arts – fortbilden durch vernetzen: vernetzen durch fortbilden. Gelingensbedingungen diversitätssensibler, digitalisierungs- und digitalitätsbezogener Fortbildungsmodule für die Fächer Kunst und Musik in Community Networks (gefördert vom BMBF – Bundesministerium für Bildung und Forschung; seit 2023, abgeschlossen)
abgeschlossen · Konsortialportal: comein.nrw
Das „Come Arts“-Projekt zielt auf die forschungsbasierte Entwicklung und Verfeinerung adaptiver, fachbezogener, diversitätssensibler und digitalisierungsbezogener (d3) Professionalisierungskonzepte für Lehrkräfte und Multiplikator:innen in den Fächern Kunst und Musik – unter Berücksichtigung evidenzbasierter Kriterien wirksamer Fortbildungen (einschließlich langfristiger Wirksamkeit). Das Projekt fördert systematisch d3-Kompetenzen für die Gestaltung lernförderlicher, herausfordernder Lehr-Lern-Szenarien in der Primar- und Sekundarstufe. Es nutzt die kooperations- und Transferstrukturen des Come-In-Konsortiums ( https://comein.nrw/portal/ ), setzt aber verstärkt auf iterativ angepasste Entwicklungsforschung im Sinne von Design-Based Research (DBR) in fachbezogenen lokalen, regionalen und nationalen Community Networks (Come Nets). Dieser Ansatz umfasst einen breiten Wissenschafts-Praxis-Verwaltungstransfer: Jedes beteiligte Teilprojekt stellt mindestens ein umfassendes, adaptierbares und diversitätssensibles Fortbildungsmodul bereit, das für verschiedene Lehr-Lern-Szenarien und -Bedürfnisse geeignet ist. Auf Konsortial Ebene werden die Ergebnisse fachübergreifend systematisch integriert. Die Entwicklungsforschung setzt auf bestehende standardisierte Assessments, die auf weitere Fächer übertragbar sind, und umfasst systematische Peer-Reviews mit Expert:innen aus allen Funktionsbereichen der Lehrkräftebildung. Erforscht werden die zielgruppen- und inhaltsbezogenen Gelingensbedingungen sowie die Wirksamkeit verschiedener Transferwege innerhalb des komplexen Mehrebenensystems (Usage Scenarios). Ein Schwerpunkt liegt auf Nordrhein-Westfalen (NRW), wo ein differenziertes Governance-Setup einen dichten, über Bundeslandgrenzen hinausreichenden Transfer sicherstellt, der an bundesweite Entwicklungen anschließt. Auch die Dokumentation der Projektergebnisse als Open Educational Resources (OER) über ein Come-Arts-Portal trägt hierzu bei. Der Erlanger UNESCO-Lehrstuhl ist für zwei Teile des ComeArts-Projekts verantwortlich, beide verwaltet von Friederike Schmiedl als postdoktoraler wissenschaftlicher Mitarbeiterin: Das Projekt „ComeNet Across“ organisiert gemeinsam mit Köln interdisziplinäre Vernetzung zwischen Musik-, Kunst- und Jugendforschung. Ziel ist es, synergistische Effekte und Transfermöglichkeiten zwischen den Fächern Kunst und Musik im Themenkomplex Digitalisierung, Digitalität, Diversität und Partizipation zu generieren. Das Projekt „ComeNet Youth Culture“ entwickelt aus Erkenntnissen der post-digitalen Jugendkulturforschung heraus ein Fortbildungsmodul, das fachübergreifende Grundlagen und Adaptions- bzw. Skalierungsmöglichkeiten auf weitere Fächer im Kontext formaler und non-formaler ästhetischer Bildung adressiert. Die interdisziplinären Anteile der Fortbildungsmodule werden für weitere schulisch relevante Gestaltungsfächer (Darstellendes Spiel/Schultheater, Tanz/Bewegung, Werken und Gestalten) adaptiert – mit Blick nicht nur auf Reichweite und Grenzen der Adaption, sondern auch auf mögliche Synergien. Kontakt: friederike.schmiedl@fau.de
DiäS – Digital-ästhetische Souveränität von Lehrkräften als Basis kultureller, künstlerischer, musikalischer, poetischer und sportlicher Bildung in der digitalen Welt (gefördert vom BMBF – Bundesministerium für Bildung und Forschung; seit 2023, abgeschlossen)
abgeschlossen · Projektbeschreibung auf der Website des UNESCO-Lehrstuhls
Das DiäS-Projekt zielt mit digital-ästhetischem Fokus auf die forschungsbasierte, evidenzorientierte Weiterentwicklung, Evaluation und Optimierung prototypischer Ansätze zur Förderung und Vertiefung professionellen Wissens von Lehrkräften in kultureller, künstlerischer, musikalischer, poetischer und sportlicher Bildung im Kontext digitaler Transformation. Grundlage ist eine nachhaltige Vernetzung von Bildungsforschung, -praxis und -verwaltung. Vorgesehen ist eine Konsortialstruktur, die in das bundesweite „Kompetenzzentrum Digitale und digital unterstützte Lehrkräftebildung in Schule und Weiterbildung“ integriert werden soll. Die hier entwickelten und erfolgreich evaluierten Konzepte, Ansätze und Transferstrukturen werden im DiäS-Projekt für die Entwicklung und Vertiefung allgemeiner und fachbezogener digitaler Kompetenzen, Dispositionen und Haltungen von Lehrkräften adaptiert. Im Sinne des DPACK-Ansatzes (Döbeli-Honegger, 2021) geht es darum, einen theoretischen Rahmen „digitaler Souveränität“ (Blossfeld et al., 2018) zu adressieren und kritisch weiterzuentwickeln, der die Ebene anwendungsbezogener digitaler Kompetenzen mit der Entwicklung reflexiver Haltungen im Kontext (post-)digitaler Strukturen und Kulturen verbindet. Dieser Ansatz ist die Grundlage für konzeptuelle Entwicklungen im Sinne von Digital Global Citizenship (UNESCO 2015, 2022) und digitaler kultureller Resilienz (Jörissen, 2022; Jörissen et al., 2023).
DiäS „Kulturelle Bildung TPa“: Das Teilprojekt „Global Digital Citizenship Education“ (Stephanie Leupert) interpretiert „Global Citizenship“ kulturwissenschaftlich neu, verortet es in einer (post-)digitalen Gesellschaft und übersetzt es in ein modulares Konzept für die Lehrkräftebildung. Das Konzept zielt darauf, Partizipation an und Beiträge zu einer (post-)digitalen globalen Gesellschaft als Fundament einer nachhaltigen und demokratischen gesellschaftlichen Entwicklung zu fördern. Partizipation wird dabei im Licht von Jacques Rancières Konzept der „Verteilung des Sinnlichen“ durch „den Teil ohne Anteil“ verstanden. Global Citizenship wird hier als „terrestrisch“, aktiv, relational und post- bzw. dekolonial gefasst.
DiäS „Kulturelle Bildung TPb“: Das Teilprojekt „Post-Digital Cultural Resilience“ (Teresa Dehling) entwickelt – aufbauend auf aktuellen theoretischen Arbeiten am Erlanger UNESCO-Lehrstuhl – ein modulares Konzept für die Lehrkräftebildung, das kulturelle Resilienz als nachhaltigkeitsorientierten kollektiven transformativen Bildungsprozess vermittelt. Im Zentrum stehen Transformationen im Verhältnis von Rooting, Resourcefulness und Resistance unter digitalen und post-digitalen Bedingungen – mit besonderer Aufmerksamkeit für die Chancen und Herausforderungen der postmigrantischen Gesellschaft. Kontakt: teresa.dehling@fau.de; stephanie.leupert@fau.de
Bibliotheken, Digitalisierung und Kulturelle Bildung in ländlichen Regionen: Bedingungen und Modelle für die Entwicklung der Bibliothek als Kulturort im Kontext post-digitaler Jugendkultur (BiDiPeri, BMBF, 2019–2022)
abgeschlossen · Projektseite: bidiperi.fau.de

Wie können ländliche Räume so entwickelt werden, dass sie auch für „Digital Natives“ eine kulturell attraktive Lebensumgebung bieten? Wie können Bibliotheken zu digitalen Innovationsmotoren in peripheren Räumen werden? Mit diesen Fragen adressiert das BiDiPeri-Forschungsprojekt die gesellschaftlich drängende Frage, wie kulturelle und bildungsbezogene Interventionen dabei helfen können, strukturelle Rückständigkeiten ländlicher Räume auszugleichen, die – besonders bei jüngeren Generationen – häufig zur Landflucht führen. Welche Angebote (post-)digitaler Kultureller Bildung können in peripheren Räumen Gleichwertigkeit herstellen und gegebenenfalls regionale Stärken fördern?
Digitalisierung in der Kulturellen Bildung – ein Metaprojekt (DiKuBi-Meta, BMBF, 2017–2022)
abgeschlossen · Projektseite: dikubi-meta.fau.de

Wir führen das Metaprojekt DiKuBi-Meta in zwei Teilprojekten gemeinsam mit unserem Nürnberger Kollegen Stephan Kröner (Teilprojekt 2) durch. Aufgabe des Projekts ist es, 1) die Ergebnisse der im Rahmen der BMBF-Förderrichtlinie „Digitalisierung in der Kulturellen Bildung“ geförderten Projekte theoretisch zu modellieren, zu kontextualisieren und hinsichtlich ihrer gesellschaftlichen und pädagogischen Bedeutung einzuschätzen und zu verbreiten (Teilprojekt 1), sowie 2) die qualitative (Teilprojekt 1) und quantitative (Teilprojekt 2) Methodenentwicklung voranzutreiben und die Projekte sinnvoll miteinander zu vernetzen.
Musical Interface Designs – erweiterte Kreativität und Konnektivität (MIDAKuK, BMBF, 2017–2021)
abgeschlossen · Projektseite: dikubi-meta.fau.de/midakuk

Unser Forschungsprojekt „Musical Interface Designs – Augmented Creativity and Connectivity“ (MIDAKuK) erkundet neue hybride (digital-materiale) Instrumente und „Music-Making-Things“ aus designtheoretischer Perspektive. Dazu gehören u. a. Eigenharp Tau und Pico, Ableton Push2/Live, Roli Seaboard/Blocks, das „elektro-organische“ Aframe Drum und weitere.
„Verdichtetes Glück“? Mehrtägige musikpädagogische Interventionen: Determinanten der Teilnahme, effektive Gestaltungsmerkmale und Wirkungen auf Kompetenzen und Persönlichkeitsentwicklung (MEMU-IN, BMBF, 2016–2019)
abgeschlossen

Das Projekt umfasst zwei Teilprojekte: Unser Teilprojekt 2 (Kröner/Hasselhorn/Jörissen) führt eine Serie musikpädagogischer Feldexperimente zu Determinanten und Wirkungen musikpädagogischer Interventionen im Rahmen eines komplexen mixed-methods-Designs durch.
(Post-)digitale kulturelle Jugendwelten – Entwicklung neuer methodischer Instrumente für die Forschung zu Künsten und Kultureller Bildung in der digitalen und post-digitalen Welt (DiKuJu, BMBF, 2016–2019)
abgeschlossen
Das Projekt untersucht detailliert, wie der digitale Medienwandel die gegenwärtigen ästhetischen und künstlerischen Praktiken junger Menschen verändert hat. Hierzu kombiniert es qualitative und quantitative Methoden. Neben Experteninterviews und einem BarCamp, das erstmals als Erhebungsinstrument eingesetzt wird, wurde eine Befragung in Form von 1200 Face-to-Face-Interviews durchgeführt.