„Keine Bildung ohne Medien!“, ein Zwischenbericht vom Kongress

Seit gestern (24.3.) findet in Berlin der medienpädagogische Kongress „Keine Bildung ohne Medien!“ statt. Mit ca. 400 Teilnehmern aus Praxis, Institutionen und Wissenschaft ist eine eindrucksvolle Zahl zusammengekommen (immerhin ein Fünftel der Teilnehmer des letzten DgfE-Kongresses). Das ist insbesondere deswegen bemerkenswert, weil es nicht primär um fachliche Information und fachlichen Austausch, sondern vielmehr um einen bildungs- und medienpolitischen Impuls geht: Ziel des Kongresses ist der Dialog mit der Politik.

Im Geiste des medienpädagogischen Manifestes wurden für unterschiedliche pädagogische Bereiche Ist-Analysen und an diesen orientierte Umsetzungsszenarien erarbeitet, die gestern auf dem Kongress in dreizehn Arbeitsgruppen diskutiert und zu konkreten (medien-) bildungspolitischen Forderungen verdichtet wurden. Die Positionspapiere der AGs sind hier online zu finden, die Handouts der Arbeitsgruppen hier (Update).

Sehr webzweinullig ging es gestern in der AG Digitale Jugendbildung zu, die ich zusammen mit Daniel Poli (IJAB, @danielpoli) moderiert habe. Nach einem kurzen Input der Moderatoren und sehr informativen Einführungen von Franz-Josef Röll und Jürgen Ertelt (IJAB, @ertelt) wurden zunächst weitere Perpektiven eingeholt, die simultan auf einem offenen Etherpad notiert wurden. An der Etherpad-Session haben auch externe TeilnehmerInnen mitgewirkt, so etwa Lisa Rosa (@lisarosa) und Karsten Wolf (@kadewe).

Anhand der Themen der Diskussionsrunde konnten thematische Schwerpunkte gebildet werden, zu denen Arbeitsgruppen dann kurze Textbeiträge verfasst haben. Alles wurde wieder auf dem Etherpad gesammelt und schließlich abends von einer kleineren Gruppe redaktionell (logisch: wieder in simultaner Kooperation am Etherpad) zu einem Text verarbeitet. Es ist immer wieder erstaunlich zu sehen, wie schnell und effizient so eine kollaborative Simultan-Arbeit vonstatten geht.

Die drei Forderungen unserer AG in Kurzform:

  • Anerkennung und Wertschätzung des Leitmedienwandels und der neuen „digitalen Jugendkulturen“; Schluss mit der politischen Verengung von Medienkompetenz und Medienbildung auf Defizit- und Risikoperspektiven.
  • Medienbildung für Lehrer und Pädagogen: Mediengrundbildung als obligatorischer Bestandteil pädagogischer Ausbildungsgänge.
  • Etablierung und Förderung nachhaltiger Strukturen in der Jugendmedienbildung (versus Projekt-Kurzläufer).

Das Etherpad kann und soll noch weiter bearbeitet werden; alle Interessierten sind eingeladen, daran mitzuarbeiten: erreichbar ist es unter http://bildungdigital.de/.

Twitter-Hashtag des Kongresses: #kbom11.